Alte Dias digitalisieren und Erinnerungen auffrischen

Bilder aus einer vergangenen Zeit, als die Kinder noch klein waren oder man selbst die Ferien bei den Großeltern verbrachte: Alte Dias sind ein wahrer Erinnerungsschatz. Wer ihn hebt, lässt die Vergangenheit noch einmal Revue passieren. Eine Digitalisierung sichert die Dias für die Nachwelt.

Die Verwandlung in eine Bilddatei eröffnet neue Möglichkeiten der Präsentation und beschert nostalgische Dia-Abende vor dem Fernsehbildschirm oder Beamer. Unzählige Möglichkeiten der Bildbearbeitung befreien die kleinen analogen Fotoplatten vom Staub der Vergangenheit.

Alles, was Du dafür brauchst, ist ein leistungsfähiger Diascanner. Wenn Du beim Scannen ein paar Dinge beachtest, erhältst Du qualitativ hochwertige Bilder, die Du umfassend bearbeiten kannst.

Altes Dia vor einer Lichtquelle
Mit Dias begibst Du Dich auf eine Reise in die Vergangenheit.

Warum sich das Digitalisieren von Dias lohnt

Vorweg: Wie fast alles im Leben, ist auch das Digitalisieren von Dias mit einem gewissen Aufwand verbunden. Warum sich die Mühe trotzdem lohnt, erzählen wir Dir im Folgenden.

Digitales Gedächtnis schützt vor Bilderverlust

Dias sind keineswegs unvergänglich, und der Zahn der Zeit nagt auch an ihnen. Auch die besten Lagerungsbedingungen und die hochwertigsten Magazine oder Diakästen schützen sie nicht dauerhaft. Ehe Du Dich versiehst, werden leichte Spuren der Vergangenheit zu deutlichen Zeichen des Verfalls: Farben verblassen und Farbverläufe verändern sich bis zur Unkenntlichkeit.

Viele lagern Dias platzsparend im Keller oder auf dem Dachboden. Doch dort sind sie starken Temperaturschwankungen und einer erhöhten Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Der Rahmen schließt Feuchtigkeit ein, Kondenswasser bildet sich. Das greift die Oberschicht an und führt schlimmstenfalls zu Schimmel. Nur wenn Du die Dias dem digitalen Gedächtnis überführst, machst Du sie beständig.

Platz schaffen und in Erinnerungen schwelgen

Das Digitalisieren von Dias ist eine super Gelegenheit, Dachboden, Keller, Abstellkammern und Regale auszumisten und dabei die Vergangenheit aufleben zu lassen. Befreie Dich vom Ballast alter Dia-Magazine und schaffe Platz. Schließlich ersetzt die Umwandlung in virtuelle Daten die sperrigen Aufbewahrungskästen.

Wenn Du an den nostalgischen Objekten hängst, mach eine Bestandaufnahme. Dabei kannst Du den Zustand der Dias überprüfen und die Platten von Staub und Schimmel befreien.

Umwandlung in Bits und Bytes ermöglicht Bildbearbeitung

Die digitale Bildbearbeitung eröffnet eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Verleihe alten Bildern mehr Schärfe und intensiviere verblasste Farben. Mit wenigen Klicks milderst Du Farbstiche ab, verfeinerst grobkörnige Bilder, retuschierst die unschöne Zahnspange aus Teenagertagen weg und lässt Rasen- und Himmelflächen wieder in satten Farben erstrahlen.

Ein alter Dia-Projektor
Schön nostalgisch: ein Dia-Projektor – Foto „Slide Carousel“ von JnL, CC BY SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Alte Dias neu präsentiert

Seitdem die digitale Technik ihren Siegeszug angetreten hat, kommen kaum noch neue Projektoren auf den Markt. Einige Bauarten sind nur noch antiquarisch erhältlich. Da gilt es, rechtzeitig auf den Zug der modernen Vorführtechnik aufzuspringen, Dias zu digitalisieren und das alte Gerät zu ersetzen. Superbequem ist es, die Bilder ganz ohne die Tücken der Mechanik am großen Flachbildschirm anzusehen. Damit sparst Du Dir die Suche nach einer freien Projektionsfläche. Stattdessen rufst Du einfach mit der Fernbedienung vom Sofa aus das nächste Bild auf.

Auch mit einem Beamer sind die Zeiten vorbei, in denen Magazine blockierten und auf dem Kopf stehende Dias die Vorführung unterbrachen. Dank verschiedener Einstellungen von Beamer und Präsentationssoftware kannst Du tolle Zusatzeffekte einbauen und etwa die Präsentation musikalisch untermalen oder ein Video einspielen.

Willst Du Verwandte und Freunde an gemeinsamen Erinnerungen teilhaben lassen, kannst Du die Dias einfach per eMail senden oder sharen (z.B. via Dropbox). Es gibt in unserem Angebot aber noch weitaus kreativere Geschenkideen. Bei posterXXL kannst Du nach der Digitalisierung Deine Dias zum Beispiel in einem Fotobuch festhalten, als edles Bild im Rahmen verewigen, eine Tragetasche, Tasse oder Smartphone-Hülle designen.

Vielleicht hast Du auch einen eigenen Blog oder willst der Foto-Community Deine alten Dias online präsentieren? Das kommt sicherlich gut an, denn Retro liegt immer noch im Trend.

Wie kann man Dias digitalisieren?

Um Dias zu digitalisieren, benötigst Du ein entsprechendes Gerät. Alternativ kannst Du aber auch die Dienste eines Scan-Services in Anspruch nehmen.

Diascanner

Die Lichtsensoren eines Diascanner tasten die alten Dias Pixel für Pixel ab. Dabei kommt es auf die Qualität des Scanners an. Hochwertige Bilder erhältst Du nur, wenn das Gerät eine hohe Auflösung hat. Wichtig ist also, dass sich ein hoher dpi-Wert einstellen lässt.

Es gibt verschiedene Arten von Diascannern. Besonders gute Ergebnisse beim Digitalisieren von Dias erzielen speziell für diesen Zweck konstruierte Geräte, die meist auch über besondere Einschübe verfügen. Willst Du regelmäßig eine größere Menge an Dias digitalisieren, solltest Du Dich für diese Variante entscheiden. Willst Du gleich ein ganzes Regal an Diakästen scannen, kannst Du sogar überlegen, ob sich der Kauf eines Magazin-Scanners lohnt. Das kostet zwar deutlich mehr, spart aber viel Zeit, da diese Geräte ganze Magazine auf einmal ablichten.

Unterschätze nicht die Scandauer. Je nach Einstellung kann es für ein einzelnes Dia auch mal mehrere Minuten bis zu einer Viertelstunde dauern. Das variiert außerdem von Modell zu Modell. Es ist also eine gute Idee, die Scandauer vorher in Erfahrung zu bringen.

Flachbettscanner sind in der Regel Multifunktionsgeräte. Denn neben Dias vervielfältigen sie auch Papier und Negative. Doch Vorsicht: Nur Modelle mit Durchlichteinheit eignen sich für Dias. Beim Digitalisieren müssen Dias nämlich von oben durchleuchtet werden.

Egal, für welchen Scanner Du Dich entscheidest: Auch die vom Hersteller mitgelieferte Software ist für die Qualität maßgebend. Gut ist es, wenn sie bereits während des Abtastens Kratzer und Staub korrigiert. Aber auch nachträglich sollte eine Bildkorrektur möglich sein.

Daneben ist es denkbar, Dias einfach abzufotografieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es spart Zeit. Dafür gibt es im Fachhandel Adapter, die Du an das Kameraobjekt anbringst und in die Du die Dias einschiebst. Anschließend hältst Du die Kamera gegen eine Lichtquelle und bedienst den Auslöser. Erwarte aber nicht zu viel: Meist sind die Ergebnisse ziemlich durchwachsen.

Dia zeigt einen jungen Mann beim Sprung ins Wasser
Ein Dia-Scan verbessert die Bildqualität alter Urlaubsaufnahmen – Foto „Wes Jumping In Lake“ von Martin Cathrae, CC BY SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Scandienste nutzen

Ein Scandienst bietet sich dann an, wenn Du es mit so wenigen Dias zu tun hast, dass sich die Anschaffung eines Scanners nicht lohnt oder Du im großen Stil digitalisieren willst. Damit deine Dias nicht verloren oder kaputt gehen, solltest Du sie vor der Übergabe beschriften und bruchsicher verpacken.

Ob online oder stationär: Vergleiche vorher das Preis-Leistungs-Verhältnis der Anbieter. Besonders professionell sind Angebote, die einen Mehrfachscan umfassen. Dabei werden in mehreren Schritten Bildwerte analysiert, wiederholt gescannt und optimiert. Anschließend werden die Bildinformationen zu einer Datei zusammengesetzt.

Anleitung zum Selberscannen

Jedes Gerät ist anders, doch ein paar Grundsätze erleichtern Dir die Digitalisierung Deiner Dias.

Vor dem Scannen

Damit Du alte Dias optimal digitalisierst, ist etwas Vorbereitung nötig. In der Regel musst Du die Rahmen nicht entfernen. Ausnahme: Glasrahmen – deren Oberfläche verursacht nämlich oft nervende Reflexionen.

Reinige die Dias auf alle Fälle vorher. Damit verhinderst Du Bildfehler und schützt den Scanner vor Staub. Um Kratzer zu vermeiden und die Dias einwandfreizu säubern, bieten sich diese Utensilien an:

  • Ein Pinsel befreit die Dias von Staub. Auch Schimmel kannst Du damit entfernen, ohne die Trägerschicht zu beschädigen.
  • Druckluftsprays pusten den Schmutz förmlich weg.
  • Bei hartnäckigen Schmutzschichten helfen Dir antistatische Mikrofasertücher weiter.
  • Ganz wichtig: Trage sowohl bei der Reinigung als auch beim Scannen Baumwollhandschuhe, damit Du keine störenden Fingerabdrücke hinterlässt.

Wenn Du vorher eine Auswahl triffst, erleichtert das die Arbeit ungemein. Sind nur einzelne Bilder aus einer Serie interessant oder ähneln sich Motive zu sehr, kannst Du sie erst einmal außen vor lassen.

Dias digitalisieren: Bildqualität sichern und verbessern

Mit ein paar Tricks erhältst Du beim Digitalisieren von Dias besonders gute Bilder. Zudem solltest Du natürlich unbedingt die Anleitung Deines Scanners beachten. Einige gleichen bei entsprechender Einstellung bereits während des Scannens Bildfehler aus.

Die ideale Bildauflösung

Auf die richtige Auflösung kommt es an. Sie wird als dpi-Wert gemessen. Dabei gilt: je höher die Bilddichte, desto besser die Auflösung. Mehr Pixel pro Zoll vergrößern jedoch die Bilddatei und beanspruchen mehr Speicherplatz. Außerdem dauert der Scan bei einem hohen Wert deutlich länger. Die Auflösung lässt sich entweder am Gerät selbst oder über die Scanner-Software einstellen. Welche sich am besten eignet, hängt ganz vom Verwendungszweck ab.

An folgenden Werte kannst Du Dich orientieren:

  • 3.000 dpi für die Darstellung der digitalisierten Dias am PC- oder TV-Monitor
  • Mindestens 300 dpi für Ausdrucke in kleiner Größe. 600 dpi eignen sich bei großformatigen Ausdrucken und wenn das Bildauflösungsvermögen des Druckers schlecht ist.
  • 5.000 dpi, wenn für die Fotos anschließend eine umfassende Bildbearbeitung geplant ist.

Das richtige Dateiformat

Auch das Format will gut gewählt sein. Denn einige Formate bringen Qualitätseinbußen mit sich oder benötigen zu viel Speicherplatz. Unkomprimiert und entsprechend groß ist das Rohdatenformat (RAW). Da es viele Bilddetails bewahrt, eignet es sich gut für die anschließende Bildbearbeitung. Kleiner, aber mit Verlusten verbunden, ist das JPEG-Format. Bei ihm solltest Du stets die beste JPEG-Qualitätsstufe wählen.

Noch kleinere Formate sind ideal für die Online-Nutzung und die Veröffentlichung auf Social-Media-Plattformen, denn hier ist ein großes Format nicht nötig – auf den Plattformen werden sie ohnehin automatisch verkleinert.

Fazit

  • Wenn Du Deine alten Dia-Kisten vom Dachboden holst, wirst Du sicher ein paar Erinnerungsschätze ausgraben.
  • Bevor diese schimmeln oder verblassen, lohne es sich sie zu digitalisieren.
  • Zudem kannst du die alten Dias per Bildbearbeitungssoftware pimpen, ohne den coolen Retro-Charme zu verlieren.
  • Ob es sich lohnt einen Dia-Scanner zu kaufen oder ob du lieber auf Online-Dienste zurückgreifst, hängt v.a. von der Anzahl der Dias ab.
  • Lass die digitalisierten Dias nicht auf der Festplatte verstauben, sonder mach lieber ein Fotobuch draus, um mit anderen in den alten Erinnerungen zu schwelgen.