Ein Feuerwerk fotografieren – die besten Tipps

Wenn Feuerwerkskörper am schwarzen Nachthimmel explodieren, erleuchten bunte Funken die Dunkelheit und ein strahlendes Lichterspiel fasziniert die gebannten Zuschauer. Fantastisch, wenn man solch einen Moment für die Ewigkeit festhalten kann. Mit der richtigen Ausstattung und den passenden Kameraeinstellungen gelingen Dir atemberaubende Erinnerungsfotos von Feuerwerken.

Feuerwerk vor Skyline
Faszination Feuerwerk: mit der richtigen Ausrüstung und passenden Kameraeinstellung beeindruckende Bilder schießen.

Die Ausrüstung

Die Fototechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt: Im Gegensatz zu den früheren Modellen schießen auch Smartphones und kompakte Digitalkameras mittlerweile sehr gute Fotos. Bei schlechten Lichtverhältnissen stoßen die handlichen Geräte jedoch an ihre Grenze. Mit einer höherwertigen Kompaktkamera oder einer digitalen Spiegelreflexkamera lassen sich jedoch gute Feuerwerk-Fotos schießen.

Die Kamera

Möchtest Du ein Feuerwerk fotografieren, benötigst Du eine Kamera, bei der Du die Blende, die Verschlusszeit, den ISO-Wert sowie den Fokus manuell einzustellen kannst. Andernfalls wirken die Fotos schnell unscharf und verschwommen. Viele neuere Modelle bieten inzwischen einen speziellen Aufnahmemodus für das Knipsen von Feuerwerk-Fotos – auf der sicheren Seite bist Du aber nur, wenn Du jede Einstellung selbst vornimmst. Die besten Aufnahmen gelingen Dir mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, doch sind auch mit günstigeren Modellen durchaus brauchbare Ergebnisse möglich.

Das Objektiv

Zum Fotografieren eines Feuerwerks benötigst Du einen größeren Weitwinkel. Ein Teleobjektiv eignet sich weniger gut für ein spektakuläres Silvester-Foto des Raketenregens, denn aufgrund des engeren Bildwinkel kannst Du oft nur einen Teil des Feuerwerks einfangen. In der Regel schießt man mit Zoom-Objektiven die besten Feuerwerks-Bilder. Damit lässt sich bei Bedarf auch der Bildausschnitt schnell anpassen: Detailaufnahmen sind so ebenso möglich wie Bilder, die die umliegende Umgebung mit einfangen.

Willst Du ein Feuerwerk fotografieren, dann erzielst Du bereits mit einem 18–55-mm-Objektiv sehr gute Ergebnisse. Wenn Du noch näher heran möchtest, benötigst Du ein Ultraweitwinkel-Objektiv. Durch die sehr kurze Brennweite, deckt es einen Bereich von fast 180° ab. So dürftest Du auch bei nur geringem Abstand das gesamte Feuerwerk bannen können. Ein eventueller Nachteil ist allerdings, dass durch die kurze Brennweite Verzerrungen in den Randbereichen auftreten können.

Das Zubehör

Für verwacklungsfreie Feuerwerk-Bilder solltest Du ein Stativ verwenden. Insbesondere, wenn man im freien Gelände fotografiert, hat man ohne Stativ keine Möglichkeit, den Fotoapparat irgendwo aufzulegen. Mit einem Stativ minimiert man das Risiko, dass es auf dem Foto des Feuerwerk zu Unschärfen kommt.

Ein Fernauslöser ist ein weiteres Hilfsmittel, mit dem man Verwacklungen vermeidet. Denn schon beim Drücken des Auslösers kommt es zur kleineren Erschütterungen, die die Schärfe des Bildes beeinflussen – nicht nur beim Fotografieren von Feuerwerk. Wahrscheinlich denkst Du jetzt: Dafür kann ich auch den Selbstauslöser nutzen? Richtig. Wenn Du allerdings mehrere Belichtungsreihen erstellen möchtest, lassen sich diese über den Fernauslöser einstellen, ohne dass man dafür die Kamera berühren muss. Es gibt kabelgebundene und Infrarotauslöser. Bei einigen neueren Kameramodellen lassen sich zudem alle Einstellungen auch per App über das Smartphone ändern.

Die Kamera richtig einstellen

Die passende Ausrüstung ist das eine. Für das perfekte Foto musst Du jedoch auch die richtigen Einstellungen an Deiner Kamera vornehmen. Beim Fotografieren von Feuerwerk sind dabei einige Besonderheiten zu beachten.

ISO-Wert

Die goldene Regel beim Fotografieren von Feuerwerk: Je niedriger der ISO-Wert, desto besser. Ein niedriger ISO-Wert verhindert Bildrauschen auf dem Bild. Ein weiterer Vorteil: Der Dynamikbereich Deiner Kamera steigt. Wenn Deine Kamera es ermöglicht, wähle ISO 100 – den niedrigsten Wert.

Feuerwerk vor dunkelblauem Himmel
Mit ISO 100 oder ISO 200 bleibt der Hintergrund rauschfrei.

Brennweite

Die Brennweite wählst Du bei einem Feuerwerk-Foto möglichst klein, da das Schauspiel am Himmel eher groß ist. Ein Objektiv, das Brennweiten zwischen 24 und 70 mm ermöglicht, ist ideal. Falls der Bildausschnitt etwas zu groß gewählt wurde, lässt er sich später am Bildschirm noch zurechtschneiden. Wichtig ist vor allem eine überzeugende Schärfe des Feuerwerk-Fotos, bei der die Farbkontraste deutlich zur Geltung kommen.

Blende

Die Blende hat einen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis beim Fotografieren von Feuerwerken. Der optimale Blendenwert hängt dabei von der Farbe der Explosion ab. Aber nicht immer kannst Du wissen, welche Farbe das Feuerwerk haben wird. Somit ist es schwierig, den Blendwert optimal an das Feuerwerk anzupassen.

Grundsätzlich sollte die Blende eher geschlossen gehalten werden. Dafür muss ein großer Blendwert eingestellt werden. Denn ein großer Blendwert ergibt eine kleine Blendenöffnung. Am sinnvollsten ist es, einfach einen Blendwert zwischen f11.00 und f16.00 für das Fotografieren von Feuerwerk voreinzustellen.

Rotes Feuerwerk
Nach Farbe des Feuerwerks richtet sich der ideale Blendwert.

Belichtungszeit

Entscheidend für gute Feuerwerks-Bilder ist auch die Belichtungszeit. Der Spielraum bei der Belichtung von Feuerwerk ist groß. Je länger belichtet wird, desto längere Lichtstreifen Raketenverläufe sind auf dem Foto zu sehen, die die Raketen förmlich ins Dunkel malen. Dieser Effekt ist aus der Lichtmalerei bekannt. Man muss also schlicht verschiedene Belichtungszeiten ausprobieren. Für eine einzelne Rakete reichen schon einige Sekunden. Aber auch Belichtungszeiten von einer Minute oder länger ergeben effektvolle Feuerwerks-Bilder.

Einige Kameras verfügen über die praktische Bulb-Funktion. Wenn Du den Auslöser drückst, beginnt das Belichten und endet, wenn Du wieder loslässt.

Fokus

Völlig ungeeignet für das Fotografieren von Feuerwerk ist der Autofokus. Er braucht in der Regel zu lange, um bei schlechten Lichtverhältnissen scharf zu stellen. Das Lichtspektakel ist dann schon längst vorüber. Trotzdem muss nicht bei jeder Aufnahme neu manuell fokussiert werden. Um Objekte in weiter Ferne scharf zu stellen, reicht es den Fokus auf unendlich zu stellen.

Feuerwerk aus Turm heraus
Schwierig ist das richtige Fokussieren von Objekten im Vorder- und Hintergrund

Den richtigen Standort wählen

Der Standort entscheidet über die Wirkung der Feuerwerks-Bilder. Er ist idealerweise so gewählt, dass der Betrachter später noch erahnen kann, von wo aus das Bild geschossen wurde. Ein markantes Gebäude, das man auf dem Bild erkennen kann, erleichtert das Rätselraten. Wer etwas erhöht steht, hat in der Regel einen besseren Blick auf das Feuerwerk und weniger störende Elemente vor der Linse.

Ein Standpunkt in Gewässernähe eignet sich ideal, um Feuerwerk zu fotografieren, denn die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche sorgen für ein interessantes Motiv. Generell sollte jedoch etwas Abstand zum Lichtspektakel bestehen, damit man das ganze Feuerwerk erfassen kann.

Der ideale Zeitpunkt

Nach all der Vorbereitung muss am Ende eigentlich nur noch der Auslöser gedrückt werden – oder besser noch der Fernauslöser. Wie und wann die Feuerwerkskörper explodieren, lässt sich leider nie vollkommen genau vorhersagen. Ein wenig Glück gehört zum Feuerwerk fotografieren dazu. Eine hohe Zahl an Versuchen erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Foto zu schießen. Wenn Du immer das Gefühl hast, nicht im richtigen Moment abzudrücken, probiere die Serienbildfunktion Deiner Kamera aus. Damit hast Du vielleicht mehr Glück.

Fazit: So klappt es mit dem Feuerwerk-Fotografieren

  • Nutze eine Spiegelreflexkamera oder hochwertige Kompaktkamera, die auch schwierige Lichtverhältnisse meistert.
  • Verwende ein Stativ und einen Fernauslöser.
  • Stelle einen niedrigen ISO-Wert ein (bspw. ISO 100 oder ISO 200).
  • Wähle den Blendwert möglichst groß, damit die Blendöffnung klein ausfällt.
  • Je nachdem welchen Effekt Du auf Foto bannen möchtest, kannst Du mit der Belichtungszeit herumspielen.
  • Wähle beim Fokus im manuellen Modus unendliche Einstellung.
  • Suche den idealen Standort ohne störende Menschen oder Gegenstände im Blickfeld.
  • Drücke zum richtigen Zeitpunkt ab – hilfreich ist die Serienbildfunktion.

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