Fotografieren mit Polfilter: Ein echter Mehrwert?

Polarisationsfilter werden auch Polfilter genannt und kommen häufig als Filter für Kamera-Objektive zum Einsatz. Sie lassen sich auf die meisten Objektive schrauben und verbessern in bestimmten Fällen die Qualität Deiner Fotos. Ein Polarisationsfilter absorbiert komplementäres und polarisiertes Licht. Ohne einen solchen Filter würde das Licht reflektiert werden. Der Polfilter wird primär dazu eingesetzt, Reflexionen von Oberflächen herauszufiltern und so auszublenden.

Ein Polfilter im Close-up.
Der Polfilter – unscheinbar, aber vielseitig einsetzbar.

Lineare oder zirkulare Polarisationsfilter?

Polfilter sind in zwei verschiedenen Formen verfügbar: als lineare oder zirkulare Variante. Lineare Polarisationsfilter bestehen nur aus einer einzigen Polfolie und sind besonders im Zusammenhang mit der Marke „Polaroid“ bekannt geworden. Für digitale Spiegelreflexkameras sind lineare Polfilter nicht geeignet, da Störungen in der Messung des Autofokus‘ auftreten können. Zirkulare Polarisationsfilter, die auch in der 3D-Technik zum Einsatz kommen, verfügen hingegen über eine weitere, sogenannte Verzögerungsfolie, mit der solche Störungen nicht auftreten. Unser Tipp: Mit einem zirkularen Polfilter bist Du bestens gewappnet.

Polarisationsfilter: Mögliche Einsatzbereiche

Nun fragst Du Dich sicherlich, in welchem Anwendungsfall sich ein solcher Filter für Dich lohnt. Besonders gut eignet sich der Polfilter dort, wo die Farbe eines Materials oder einer Umgebung durch Lichtreflexionen beeinträchtigt wird. Fotos, die mit Polfilter aufgenommen werden, wirken kontrastreicher. Zudem werden die betroffenen Bildelemente (zum Beispiel Himmel, Regenbogen, Blattgrün) gesättigter dargestellt, was an den herausgefilterten Reflexionen liegt. Beim Fotografieren mit Polfilter wird „störendes“ Licht gedämpft oder gar gesperrt. In der folgenden Aufnahme wird der Unterschied klar: Das untere der beiden Fotos wurde mit Polfilter aufgenommen und wirkt um einiges kontrastreicher. Besonders auffällig: Die weißen Farbanteile im Himmel wurden stark herausgefiltert. Himmel und Wolken zeigen sich detailreicher:

Der Vergleich zwischen einer Aufnahme ohne Polfilter und einer Aufnahme mit Polfilter
Der Unterschied fällt sofort ins Auge. Das untere Bild wurde mit Polarisationsfilter aufgenommen. – Foto „The joy of the polarizing filter” von chripell, CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Leider kann sich das Fotografieren mit einem Polfilter aber auch negativ auf Deine Fotos auswirken. So gibt es Anwendungsfälle, in denen Lichtreflexionen herausgefiltert werden, die Du in Deinem Bild eigentlich gerne als Stilmittel wiedergeben möchtest. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Stell Dir vor, Du möchtest eine Brücke im Abendrot aufnehmen und dabei einen Fokus auf die Spiegelung im Wasser setzen. In diesem Fall arbeitet der Polfilter gegen Dich und filtert einen Großteil der Spiegelungen heraus.

Fazit: Brauche ich einen Polarisationsfilter?

Je nach dem Bereich der Fotografie, für den Du Dich am meisten begeistern kannst, gibt es hierfür unterschiedliche Antworten. So eignet sich ein Polfilter, wie im Beispiel gezeigt, eher für Landschaftsaufnahmen oder Aufnahmen, in denen starke Reflektionen herausgefiltert werden sollen. Für Porträt-Fotografie sind Polfilter daher nicht unbedingt geeignet, da Faktoren wie Licht und Reflektionen hier eine bedeutendere Rolle spielen.

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