Fotoreise nach Japan: Im Land der aufgehenden Sonne

Mit seinen mehr als 6.800 Inseln ist das „Land der aufgehenden Sonne“ der viertgrößte Inselstaat der Welt. Schon aufgrund der schieren Größe reicht eine kurze Fotoreise nach Japan nicht annähernd aus, um alle Facetten des ostasiatischen Landes zu erfassen, denn an nahezu jeder Ecke warten exotische Motive auf Dich. Hier erhältst Du ein paar Tipps, an welchen Orten Du während Deines Japanausfluges besonders eindrucksvolle Fotos schießen kannst. Alle Bilder Deiner Reise kannst Du dann in einem Fotobuch unvergessen festhalten.

Der orange beleuchtete Sensō-ji-Tempel in Tokio vor blauem Himmel.
Sensō-ji-Tempel in Asakusa, Tokio.

Zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis

Japan ist ein Land voller Kontraste. Zwischen Wolkenkratzern und Zen-Gärten sowie Shintō-Schreinen, zwischen Hightech und Tradition, zwischen pulsierenden Metropolen und atemberaubender landschaftlicher Schönheit gibt es unendlich viel zu entdecken – und das zu jeder Jahreszeit! Nicht nur die weltberühmte Kirschblüte (Sakura) und das seit Jahrhunderten zelebrierte Kirschblütenfest im Frühling sind besondere Highlights – auch die herrlichen Laubfarben im Herbst sind eine Fotoreise nach Japan wert.

Im Winter hat der ostasiatische Inselstaat im Pazifik zudem eine besondere Fauna zu bieten: Außer den berühmten Schneeaffen lassen sich dann mit etwas Glück Seeadler, Riesen-Fischuhus, Singschwäne, sowie Mandschuren-Kraniche ablichten.

Ein Fluss vor der Skyline Tokios. Am Ufer stehen Kirschbäume in voller Blüte. Auf dem Wasser treiben Boote.
Frühling in Tokio: Kirschbäume in voller Blüte.

Japan ist eine hochentwickelte Industrienation mit reicher Kultur und Geschichte. Verschiedene Klimazonen und eine abwechslungsreiche Landschaft sorgen für zusätzliche Vielfalt. Das Spektrum reicht dabei vom gemäßigt kühlen Norden mit schneereichen Wintern bis in den subtropischen, äußersten Süden. Eine Gebirgskette, die sich von Norden nach Süden erstreckt, prägt zwei Drittel der Landmasse Japans.

Weltstadt und pulsierende Metropole: Tokio

Allein die Hauptstadt Tokio ist schon eine Fotoreise nach Japan wert! Die Vielfalt der Motive ist unendlich: Avantgardistische Architektur, Stadtleben und Szeneviertel sowie idyllische Parks und Natur liegen oft nur wenige Schritte auseinander – oder verschmelzen sogar. Bei Tag wie bei Nacht ist Tokio ein besonderes Erlebnis. Tauche in diese Atmosphäre ein – und halte Deine Kamera bereit! Entdecke die Kaiserlichen Gärten, den Sensō-ji-Tempel in Asakusa, die Rainbow-Bridge in der Bucht von Tokio, die nachts in Regenbogenbeleuchtung erstrahlt, die bunte Cosplay-Szene und vieles mehr!

Tokio, nächtliche Skyline. Links im Bild, der leuchtende Tokyo Tower.
Tokio-Skyline mit erleuchtetem Tokyo Tower – Foto „Tokyo skyline“ von tetedelart1855, CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Highlight, die hell erleuchtete Skyline bei Nacht zu fotografieren – zum Beispiel vom 238 Meter hohen Roppongi Hills Mori Tower aus, in dem sich nicht nur Kinos, Restaurants, Cafés und Geschäfte befinden, sondern auch das Mori-Kunstmuseum mit zeitgenössischer Kunst. Vom Skydeck aus hast Du einen herrlichen 360-Grad-Ausblick auf die Stadt. Willst Du noch höher hinaus? Dann steige auf den über 600 Meter hohen Skytree – dem Fernsehturm.

Die alte Kaiserstadt

Die alte Kaiserstadt Kyoto, einst politisches und kulturelles Zentrum, gilt mit ihren historischen Tempeln und den weltberühmten Gärten als das Herz des traditionellen Japans. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Anziehungspunkte laden zum Verweilen und Fotografieren ein. Darunter der Goldene Pavillon (Kinkaku-ji-Tempel) – ein buddhistischer Tempel, der seinen Namen dem Blattgold-Überzug der oberen Stockwerke verdankt – oder der Heian-jingū-Schrein, ein prächtiger Shintō-Schrein, der zu Ehren des 50. Tennō (Kaiser) errichtet wurde.

Der mit Blattgold versehene Goldene Pavillon in Kyoto glänzt im Sonnenlicht. Ein Wald erhebt sich im Hintergrund; im Vordergrund glitzert das Wasser eines Sees.
Der Goldene Pavillon, Kyoto.

Ein weiteres Highlight ist der berühmte und exotische Sagano-Bambuswald. Das dicke grüne Süßgras wächst hier baumhoch und dicht. Nicht nur optisch, sondern auch akustisch ist der Bambuswald ein Erlebnis: Wenn der Wind durch das Gehölz rauscht und das Sonnenlicht gedämpft zu Boden fällt, erzeugt das eine magische, surreale Stimmung.

Fuji-san

Der fast 3.800 Meter hohe Fuji, oder japanisch: Fuji-san, ist der höchste Berg Japans und eines der beliebtesten Touristenziele. Am nördlichen Fuße des mystischen Vulkanberges liegen fünf Seen, deren bekanntester der Kawaguchi-See ist.

Der Fuji im Hintergrund, die Chureito-Pagode im Vordergrund, eingerahmt von Kirschblüten.
Frühling am Fuji-san: Sakura in voller Pracht. Fotografiert in Fujiyoshida, Präfektur Yamanashi.

Der Fuji ist die zentrale Attraktion des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks, der unter anderem auch die Shiraito-Wasserfälle birgt. Er ist nicht nur ein begehrtes Foto-Motiv, sondern auch in Japans Kunst und Literatur stark verankert. Zudem wird der Fuji vielfältig religiös verehrt. Im japanischen Buddhismus ist er wichtig, im Shintō gilt er sogar als heilig – davon zeugen weit mehr als tausend Schreine an den Hängen und am Fuße des Berges.

„Wer den Fuji einmal besteigt ist weise, wer es aber zweimal tut, ist ein Narr.“ (Japanische Redensart)

Nicht nur während der kurzen Klettersaison von Juli bis August ist der Nationalpark ein beliebtes Reiseziel. Doch wer den Fuji fotografieren möchte, hat im Winter die besten Chancen. Die trockene, klare Luft hält dann eher die Wolken fern. Im Sommer dagegen ist der als „schüchtern“ geltende Riese häufig von Wolken umgeben. Man spöttelt sogar, man könne den Fuji einmal komplett umfahren, ohne ihn auch nur zu bemerken. Bei gutem Wetter ist er allerdings sogar vom etwa 80 Kilometer weit entfernten Tokio aus zu sehen.

Die Chureito-Pagode in Fujiyoshida

Etwa 10 Kilometer nordöstlich des Fuji liegt die Stadt Fujiyoshida. Dort solltest Du der Chureito-Pagode einen Besuch abstatten – am besten Mitte April, wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen, oder Ende Oktober, wenn die Blätter in allen Herbstfarben leuchten. Die Pagode ist ein Friedens-Mahnmal und erinnert an die Toten vieler Kriege. Sie liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt und Du musst 400 Stufen erklimmen, um sie zu erreichen. Doch das lohnt sich! Von hier aus hast Du nicht nur einen wunderbaren Blick auf den Fuji, sondern genießt einen der wohl schönsten Ausblicke Japans überhaupt.

Hiroshima und Miyajima

Ebenso wie Tokio und Kyoto liegt auch die Stadt Hiroshima auf der Insel Honshū, im Südwesten des japanischen Kernlandes. Neben den Gedenkstätten und dem Friedensparks in Hiroshima solltest Du unbedingt auch die etwa 20 Kilometer entfernte Insel Miyajima im Seto-Inlandsee besuchen. Das große Binnenmeer trennt die Hauptprovinz Honshū von den Inseln Shikoku und Kyushu, die zusammen mit Hokkaidō im Norden zu den vier japanischen Hauptinseln zählen. Mit etwa 1.300 Kilometern Länge ist Honshū zugleich die mit Abstand größte der japanischen Inseln.

Miyajima bedeutet „Schrein-Insel“. Sie gilt als heiliger Ort des Shintoismus. Neben dem gut 500 Meter hohen Berg Misen, dessen bewaldete Höhen Du zu Fuß oder auch per Seilbahn erklimmen kannst, beherbergt sie den Itsukushima-Schrein, der aus gutem Grund zu den begehrtesten Orten für traditionelle japanische Hochzeiten zählt. Unter anderem gehören eine fünfstöckige Pagode und eine traditionelle japanische Nō-Theaterbühne zum Schrein. Etwa 200 Meter entfernt befindet sich das Torii – ein scheinbar schwimmendes, hölzernes Tor zum Schrein, dessen Fundament bei Flut von Wasser umspült wird. Es gilt als eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans und zählt wie der Schrein zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein hölzernes Torii im Wasser, erleuchtet vom Abendrot – im Hintergrund grüne Hügel.
Ein Wahrzeichen Japans: Das hölzerne Torii, im Wasser vor dem Itsukushima-Schrein.

Unterhalb des Misen-Gipfels befindet sich die „Halle des nie verlöschenden Feuers“. Seine Entzündung geht auf einen buddhistischen Mönch zurück, der als Erstbesteiger des Berges gilt und der Überlieferung nach 100 Tage lang asketische Übungen auf dem Gipfel vollführte. Aus dem Feuer, das seitdem niemals erloschen sein soll, stammt auch die Flamme im nahen Friedenspark von Hiroshima, die zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfes brennt.

Zusammengefasst:

  • Eine einzige Fotoreise nach Japan ist bei weitem nicht genug, um der Vielfalt an Eindrücken und Möglichkeiten auch nur annähernd gerecht zu werden.
  • Es gibt unzählige Touristen-Magneten, aber auch abseits der „Klassiker“ gibt es überall etwas zu entdecken!
  • Schieße nicht nur Fotos, sondern tauche ein in die einzigartige Kultur, Geschichte und Traditionen des ostasiatischen Landes.

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