Fotos in der Cloud – überall auf eigene Bilder zugreifen

Noch vor einigen Jahren war das Entwickeln und Aufbewahren von Fotos ebenso mühevoll wie platzraubend. Als es zur Analogfotografie noch keine Alternative gab, hatte man auch keine Möglichkeit, sich seine Schnappschüsse vor der Fotoentwicklung anzuschauen – die Bilder mussten aufwendig in der Dunkelkammer eines Fotolabors entwickelt werden und die Fotos und Negative bewahrte man dann in großen Alben, Ordnern oder Kartons auf. Mit der Digitalfotografie gehören diese Probleme nun der Vergangenheit an: Komplett misslungene Fotos löscht man direkt nach dem Knipsen, den Rest kann man später auf seiner Festplatte speichern und am Monitor betrachten, um nur die gelungensten überhaupt auszudrucken.

Eine dichte Wolkendecke von oben fotografiert.
Über den Wolken muss der Speicher wohl grenzenlos sein.

Durch die Cloud-Technologie ist nun nicht einmal mehr die Übertragung auf die heimische Festplatte notwendig. Stattdessen kann man seine Fotos mittlerweile ganz einfach und dezentral in der Datenwolke ablegen und dann von überall und mit unterschiedlichen Geräten darauf zugreifen. Wir erklären Dir die Cloud und zeigen Dir, wie man beim Fotografieren von ihr profitiert. Darüber hinaus stellen wir Dir einige der populärsten Anbieter vor.

Cloud-Fotos – mit jedem Deiner Endgeräte erreichbar

Die meisten Smartphone-Nutzer dürften mit dem Prinzip der Cloud bereits vertraut sein: Als iPhone-Nutzer kannst Du beispielsweise Deine Fotos in der iCloud speichern und von anderen Geräten (MacBook, iPad und Co.) abrufen oder automatisch synchronisieren. Aber Apple ist bei Weitem nicht die einzige Firma, die die Cloud-Technologie nutzt: Von Technikriesen über Telekommunikationsanbieter und reinen Cloud-Start-ups bis hin zu E-Commerce-Unternehmen wie Amazon bieten zahlreiche Anbieter ihren Kunden Cloud-Speicher an. Das Grundprinzip ist dabei immer dasselbe: Du bekommst einen gewissen Speicherplatz auf den Servern des Anbieters zur Verfügung gestellt und kannst dort jederzeit Daten und Fotos abspeichern sowie auf bereits abgelegte Daten zugreifen. Viele Unternehmen bieten ihren Kunden sowohl einen Gratis-Tarif mit eingeschränktem Funktionsumfang und stark begrenztem Speicherplatz an als auch kostenpflichtige Premium-Tarife mit weiteren Funktionen und bis zu mehreren Terabyte Speicherplatz. Die sind auch bitter nötig, wenn man bedenkt, dass hochauflösende Fotos mehrere Megabytes groß sind – insbesondere, wenn sie mit einer digitalen Spiegelreflex aufgenommen und im RAW-Format abgespeichert wurden.

Computer, Tablet, Smartphone und Laptop mit identischem Cloud-Angebot auf den Displays
Viele Endgeräte – ein Speicherplatz.

Die Foto-Cloud – ein Speicher für alle Geräte

Fotos in der Cloud zu speichern lohnt sich vor allem dann, wenn man im Wechsel viele unterschiedliche Devices benutzt, die alle schnellen Zugriff auf dieselben Daten haben sollen. Über den Cloud-Speicher hast Du über Smartphone, Tablet, Notebook und PC gleichermaßen Zugriff auf Deine Fotos. So kannst Du Bilder, die Du tagsüber mit dem Handy geknipst hast, später am Abend direkt am Computer nachbearbeiten, ohne dass dafür irgendwelche Zwischenschritte notwendig sind. Auch mit vielen modernen Digitalkameras lässt sich die Cloud mittlerweile problemlos erreichen, da die Geräte immer besser vernetzt sind – etwa dank WLAN-fähiger Speicherkarten, die Material automatisch an Smartphone, Tablet oder PC weiterleiten und über diese Fotos in der Cloud speichern. Das zeitaufwendige Übertragen der Bilder mithilfe eines Kabels entfällt.

Die richtige Cloud für Deine Fotos finden

Da es mittlerweile zahlreiche Anbieter von Cloud-Diensten gibt, ist es für Laien gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Wer der ideale Anbieter für Dich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Beantwortung folgender Fragen bietet erste Anhaltspunkte: Wofür nutzt Du die Cloud, welche Geräte verwendest Du und bei welchen Anbietern bist Du vielleicht ohnehin schon registriert bzw. Kunde? Wenn Du beispielsweise ein iPhone, iPad oder andere Geräte von Apple benutzt, bietet es sich natürlich an, die Fotos auch in Apples iCloud zu speichern. Bist Du bei Amazon Prime angemeldet? Dann nutze doch Amazons Clouddrive mit unbegrenztem Fotospeicher. Als Google-Nutzer kommt für Dich vielleicht die Cloud Google Fotos infrage. Worauf Du aber in jedem Fall achten musst, ist, wie viel Speicherplatz zu welchen Konditionen angeboten wird, welche Extras das Angebot enthält und ob es hinsichtlich des Angebots irgendwelche Einschränkungen gibt. Einige Anbieter bieten ihren Kunden kostenlosen Cloud-Speicher nur für bestimmte Dateiformate an – der Upload von RAW-Bildern ist dann beispielsweise nicht möglich.

Bevor Du Dich für ein bestimmtes Angebot entscheidest, solltest Du auch darüber nachdenken, wie Du den Cloud-Speicher nutzen willst. Sollen Deine Bilder in der Cloud auch für andere zugänglich sein? Dann bieten sich vor allem Dienste wie Flickr oder Google Fotos an. Andere Cloud-Dienste wie Dropbox, Amazon Cloud Drive, das GMX/Web.de Mediacenter, die iCloud, die Telekom Cloud oder OneDrive von Microsoft sind primär private Archive, in denen Du allerdings nicht nur Bilder, sondern auch andere Dateien hochladen kannst.

Piktogramm zeigt Bilder, die in einen Ordner fliegen
Fotos in der Cloud speichern – bildlich dargestellt

Alternativ eine eigene Bilder-Cloud einrichten

Wer den Anbietern der Cloud-Services nicht so recht traut, Bedenken bezüglich des Datenschutzes hat oder schlicht und einfach kein Abo für den Online-Speicher zahlen möchte, kann sich auch seine eigene kleine Wolke einrichten. Mittlerweile bieten nämlich diverse Hardware-Hersteller Lösungen an, mit denen sich in wenigen Schritten ein privater Cloud-Server einrichten lässt. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung eines Netzwerklaufwerks, das mit den passenden Zugangsdaten auch außerhalb des Heimnetzwerks über Smartphone und Co. erreichbar ist. So lassen sich auch von unterwegs Fotos in die eigene Cloud hochladen. Die Anschaffung der erforderlichen Geräte, die oft mehrere Terabyte Speicherplatz bieten, ist nicht unbedingt günstig, zahlt sich aber oft auf lange Sicht aus, da Du die Abo-Gebühren kommerzieller Cloud-Anbieter sparst.

Zusammenfassung

  • Fotos lassen sich von unterwegs und mit unterschiedlichsten Endgeräten in der Cloud speichern.
  • Ebenso kann man von verschiedenen Geräten aus auf die Cloud-Bilder zugreifen.
  • Je nach Anbieter hast Du die Möglichkeit, die Cloud nicht nur für Fotos, sondern auch für andere Dateien zu nutzen.
  • Da es zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichsten Tarifen gibt, solltest Du die verschiedenen Angebote sorgfältig prüfen, um den für Dich perfekten Anbieter zu finden.
  • Bei der Entscheidung für einen Cloud-Anbieter solltest Du Deine Gewohnheiten ebenso berücksichtigen wie die Gebühren und eventuelle Kombiangebote.
  • Mit der richtigen Hardware können selbst Laien einen eigenen Cloud-Server einrichten.

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