Paparazzi –die gefürchteten Promijäger

Die Klatschblätter lieben sie, Sängerin Lady Gaga hat ihnen ein Lied gewidmet, doch ansonsten können dieser Berufsgruppe die wenigsten Promis etwas Positives abgewinnen – die Rede ist von Paparazzi. Der Begriff Paparazzi stammt ursprünglich aus dem Film „La Dolce Vita“ von Federico Fellini aus dem Jahre 1960, in dem es einen penetranten Pressefotografen namens Paparazzo gibt. Dieser Begriff ist eine Zusammensetzung aus den italienischen Wörtern „pappataci“, was „kleine Mücke“ bedeutet, und „ragazzo“ – „kleiner Junge“.

Paparazzi dicht gedrängt am roten Teppich
Preisverleihungen und Filmpremieren sind Magnete für Paparazzi und Fans auf der Suche nach Schnappschüssen.

Die Ästhetik der Paparazzi-Fotografie

Fotos von Paparazzi stellen eine eigenständige künstlerische Richtung dar, die sich von reinen Modefotos unterscheidet. Die Momentaufnahmen gewähren dem Betrachter einen ungeschönten Einblick in das Privatleben von Prominenten. Die Menschen erleben beim Betrachten der Paparazzi-Bilder das Gefühl, am Leben der Stars teilzuhaben, und genau das macht den speziellen Reiz dieser Bilder aus. Neben den eigentlichen Papparazzi – die Branche hat echte Berühmtheiten wie Tazio Secchiaroli, Bruno Mouron und Ron Galella hervorgebracht – haben sich auch viele Künstler mit dieser Art der Fotografie beschäftigt: unter anderem Cindy Sherman, Gerhard Richter und nicht zuletzt der Modefotograf Helmut Newton. Letzterer hat den Paparazzi sogar eine ganze Bilderserie gewidmet. Er platzierte dafür Fotografen um seine Models, die er auf seinen Bildern mit abbildete. Mitunter verwendete er auch Spiegel, um als Fotograf selbst mit auf dem Bild zu sein – so wirkte er wie ein Paparazzo.

Blick über die Schulter einer Frau, die für Fotografen posiert
Der Paparazzo – Freund und Feind der Prominenz.

Die negativen Seiten des Paparazzi-Daseins

Als Paparazzo braucht man ein dickes Fell, denn Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Zudem ist die Konkurrenz unter den Kollegen sehr groß, denn es gilt: „Who comes first, gets first.“ Am Rande des roten Teppichs kann es schon mal zu Rangeleien unter Kollegen kommen, da jeder das beste Foto machen will. Paparazzi benötigen außerdem ein gut funktionierendes Netzwerk aus Informanten, die sie über die Aufenthaltsorte prominenter Persönlichkeiten in Kenntnis setzen. Manche Prominente informieren die Paparazzi auch selbst und nutzen deren Bilder bewusst, um sich beispielsweise wieder ins Gespräch zu bringen oder sich nach einem Skandal ins rechte Licht rücken zu lassen.

Die aufdringliche Vorgehensweise der Paparazzi bedingt ihren Erfolg, sie ist aber zugleich der größte Kritikpunkt an dieser Berufsgruppe. Vor allem das Verfolgen von Stars mit einem Fahrzeug ist sehr umstritten und in Kalifornien inzwischen verboten. Aufgrund solcher Verfolgungsjagden kam es nämlich bereits zu zahlreichen Unfällen. Der aufsehenerregendste ereignete sich im Jahr 1997 in Paris, als Prinzessin Diana und ihr Freund Dodi Al-Fayed bei einem Autounfall ums Leben kamen, nachdem ihr Wagen von Paparazzi verfolgt worden war. Hinzu kommt, dass die Tätigkeit als Paparazzo längst nicht mehr so lukrativ ist, seitdem Prominente selbst Bilder von sich bei Instagram und in anderen sozialen Netzwerken veröffentlichen. Paparazzi ist es in Deutschland erlaubt, Personen des öffentlichen Lebens wie Schauspieler oder Politiker zu fotografieren, ohne diese um Erlaubnis bitten zu müssen. Das gilt jedoch nicht für die Privatgrundstücke der Prominenten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Captcha *