So machst Du perfekte Ski-Fotos

Weißer Schnee und blauer Himmel: Was kann es Besseres geben für ein perfektes Action-Shooting auf Snowboard oder Ski? Natürlich kommt es nicht nur auf das sportliche Model an, das seine besten Tricks und Sprünge zeigt – vor allem Du als Fotograf hast es in der Hand, beim Skifahren die richtigen Fotos zu machen und alles in spektakulären Bildern festzuhalten.

Springender Skifahrer im Tiefschnee vor blauem Himmel und verschneiter Berglandschaft.
Powder pur: Eine gelungene Momentaufnahme.

Nachfolgend haben wir ein paar hilfreiche Tipps für Dich zusammengestellt. Für ausführliche technische Grundlagen und weitere Empfehlungen zum Fotografieren bei Schnee und kalter Witterung empfehlen wir Dir auch den Artikel Fotografieren im Schnee. Dort lernst Du außerdem, was Du bei verschiedenen Lichtverhältnissen beachten solltest. Damit, und mit den folgenden Tipps, bist Du für actiongeladene Ski-Fotos gut gerüstet. Für Snowboard-Fotos natürlich ebenso.

Kalter Schnee und heiße Kanten

Wenn Du Fotos beim Skifahren machst, müssen es nicht immer spektakuläre Sprünge mit artistisch ausgefüllter Airtime sein: Auch ein heißer Ritt durch tiefen Pulverschnee gibt tolle Bilder ab, die das Surfgefühl für den Betrachter fast schon greifbar machen. „Mittendrin statt nur dabei“ ist die Devise, wenn die Ski- und Snowboardkanten tiefen Schnee aufwirbeln, der als feiner Staub und dicke Flocken in alle Richtungen davonstiebt.

Auch beim sportlichen Carven auf präparierter Piste ergeben sich kraftvolle und dynamische Motive. Vor allem wenn der Oberkörper fast parallel zum Gefälle über den Schnee hinwegfegt und die Hände temperamentvoll durch den Schnee gleiten. Wenn Du selbst Ski oder Snowboard fährst, dann kennst Du die Bewegungsabläufe und kannst viel besser antizipieren, wo Dein Bildobjekt sich wann befinden wird. Das hilft natürlich ungemein.

Ein Skifahrer braust in starker Rücklage durch den Tiefschnee und wirbelt dabei den Schnee auf.
Dynamisch und scharf im Detail – ohne Bewegungsunschärfe.

Autofokus aus

Vertraue lieber nicht auf den Autofokus, wenn Du beim Skifahren Fotos schießt. Er ist meist zu träge. Oft bleiben Bruchteile von Sekunden, um das gewünschte Bild zu machen. Zu schnell ist der perfekte Augenblick unwiederbringlich vorüber. Vor allem bei Sprüngen ist das der Fall. Je weiter und höher der Sprung, desto länger ist zwar auch die Airtime, doch ist Dein „Motiv“ mit einiger Geschwindigkeit unterwegs. Wenn Du einen Carver oder Tiefschneefahrer aufnimmst, hast Du zwar ein wenig mehr Zeit; doch auch hier erzielst Du bessere Ergebnisse, wenn Du die Schärfe manuell einstellst.

Kurze Belichtungszeit

Auch die Belichtungsautomatik solltest Du lieber nicht verwenden. Der helle Schnee bewirkt sonst leicht, dass sich die Blende zu weit schließt, und die Bilder werden schlecht belichtet. Stelle die Belichtungszeit lieber manuell sehr kurz ein. So vermeidest Du zudem Bewegungsunschärfe, wenn Dein Motiv an Dir vorübersaust.

Natürlich kannst Du Unschärfe auch bewusst als Effekt einsetzen, der Motive in Bewegung noch dynamischer erscheinen lässt. Meist sorgt Dein Motiv aber schon von ganz allein für die richtige Dynamik. Und gestochen scharfe Aufnahmen, die ohnehin eine hochdynamische Bewegung einfangen, erfordern nicht noch mehr davon. Wie so oft entscheiden schlicht Dein Geschmack und Deine Bildidee: Experimentiere nach Belieben mit der Belichtungszeit und schaue, was Dir gefällt.

Ein Snowboarder beim Sprung, kopfüber in der Luft, vor traumhafter Bergkulisse.
Atemberaubende Technik. Der Snowboarder ist auch nicht schlecht.

Objektiv und Perspektive wählen

Letztlich kommt es also auf Deine Inszenierung an, wenn Du Ski-Fotos und Snowboard-Fotos machst – und darauf, für welche Perspektive Du Dich entscheidest. Bei Sprüngen bietet es sich zum Beispiel an, dass Du direkt an der Rampe stehst und Festbrennweite oder Zoom bereithältst. Alternativ kannst Du natürlich auch ein Teleobjektiv aus der Entfernung nutzen. Dabei kommt Dir eine geringe Schärfentiefe zugute, die das Hauptmotiv im Vordergrund besonders scharf in Szene setzt. Da Teleobjektive eher groß und schwer sind, kann ein Stativ auch nicht schaden.

Ein Weitwinkelobjektiv eignet sich besonders gut, wenn Du Dein Motiv vor einem tollen Panorama ablichten willst. Das Hauptmotiv wirkt deutlich exponiert, während das Umfeld eine große räumliche Tiefe erhält und weiter in den Hintergrund rückt.

Serienbildaufnahmen

Serienbildaufnahmen eignen sich sehr gut dazu, statt Einzelbildern dynamische Bewegungsabläufe in all ihren Phasen festzuhalten. Auf diese Weise erfasst Du zum Beispiel den gesamten Sprung – vom Absprung bis zur Landung –, ganze Schwünge durch den Tiefschnee oder ein rasantes Carving-Manöver. Hinterher wählst Du einfach die besten Momentaufnahmen aus.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Du brauchst kein perfektes Timing, um in Sekundenbruchteilen das eine Bild zu knipsen. Natürlich hast Du hinterher die Qual der Wahl – aber zu viel Auswahl ist wohl eher ein Luxusproblem.

Die komplette Bilderserie eines Bewegungsablaufs eignet sich besser für eine Bewegungsanalyse als jedes Video. Vielleicht ist ja auch Dein Motiv daran interessiert herauszufinden, warum die Landung hier und da missglückte. Die Serienbilder geben Aufschluss und erlauben es, die Fahr- und Sprungtechnik im Detail anzuschauen.

Eine Frau entspannt auf einem Schlitten und genießt den Sonnenschein vor schneebedeckten Tannen.
Erst mit Entspannung und Gelassenheit machen Fotos beim Skifahren so richtig Spaß.

Fazit:

Wenn Du Fotos beim Skifahren und Snowboarden machst, genießt Du zwar viel gestalterischen Freiraum, musst aber einige Dinge beachten.

  • Schalte den Autofokus aus, stelle die Belichtungszeiten manuell ein und wähle sie vor allem kurz.
  • Die Wahl der Perspektive hat entscheidenden Einfluss auf das Resultat.
  • Je nach Objektiv erzielst Du ganz unterschiedliche Effekte.
  • Mit Serienbildaufnahmen brauchst Du die Aufnahmen nicht ganz so perfekt zu timen. Hinterher wählst Du einfach aus, was Dir gefällt.

Zum Schluss die wichtigste Lektion: Vergiss bei all der Action nicht, zwischendurch mal zu genießen und zu entspannen! Auch das ist ein Geheimnis wirklich guter Bilder.

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