Verwackeln war gestern: Fotografieren mit Stativ

Ein Stativ gehört beim Fotografieren zur Grundausstattung. Es ist immer eine gute Wahl – und oft sogar ein Muss –, wenn Du sichergehen willst, dass Deine Aufnahmen nicht verwackeln. Allerdings bedeuten Fotostative auch zusätzliches Gewicht unterwegs und weniger Flexibilität, als wenn Du locker „aus der Hüfte heraus“ knipst. Dein Motiv muss Dir außerdem genügend Zeit lassen, damit Du die Kamera entsprechend ausrichten kannst. Im Folgenden erfährst Du mehr darüber, wo und wann Du besser nicht ohne den praktischen Helfer losziehst.

Bild von einer Frau, die mit Stativ ein Foto am Strand aufnimmt.
Das Stativ sollte zur erweiterten Grundausrüstung jedes Hobbyfotografen gehören.

Wann lohnt es sich, ein Kamerastativ einzusetzen?

Oft reichen zwei Hände einfach nicht aus, um ein Bildobjekt genau zu fixieren und dabei alle nötigen Einstellungen vorzunehmen, die eine moderne Kamera erforderlich macht. Viele Situationen sind deshalb geradezu für das Fotografieren mit Stativ prädestiniert, so holst Du bildtechnisch das Beste aus dem Motiv heraus. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Du

  • lange auf den richtigen Moment warten und die Kamera ruhig halten musst,
  • mit schweren Objektiven arbeitest, zum Beispiel mit einem Teleobjektiv,
  • mit langen Belichtungszeiten arbeitest; zum Beispiel wenn Du Blitze fotografierst oder bei Nebel fotografieren möchtest.

Ein Stativ bietet Dir außerdem den Vorteil, dass Du viele Bilder aus exakt derselben Perspektive machen kannst. Das ist nicht nur von großem Vorteil, wenn Du mit Serienbildaufnahmen arbeitest, sondern es vergrößert auch den Spielraum bei der nachträglichen Bildbearbeitung.

Zwei Fotografen mit Stativ vor Bergpanorama.
Dank Stativ die Hände frei für herrliche Panorama-Aufnahmen.

Typische Szenarien

Außer für die bereits genannten Einsatzbereiche ist ein Fotostativ sehr oft in der Sportfotografie nützlich, oder wenn Du 360-Grad-Aufnahmen machst. Auch in der Tierfotografie entstehen beeindruckende Bilder meist erst mithilfe eines Kamerastativs – vor allem dann, wenn Du scheue und/oder gefährliche Arten mit viel Geduld aus großer Entfernung ablichtest. Die wenig attraktive „Alternative“ wäre, stundenlang ein schweres Teleobjektiv in den Händen zu halten, um ja nicht den richtigen Augenblick zu verpassen.

Auch bei Nachtaufnahmen sowie in der Lichtmalerei kommt es auf lange Belichtungszeiten an. Die Verwendung eines Blitzlichts zur Beschleunigung des Vorgangs würde das Bild stark beeinträchtigen.

So stellst Du ein Stativ auf

Wähle vorzugsweise einen windgeschützten Standort auf stabilem Untergrund, um Kamera und Stativ aufzustellen. Einen unebenen Boden kannst Du ausgleichen, indem Du die Beine des Stativs separat einstellst. Ist kein windgeschützter Ort in Sichtweite, versuche, Kamera und Stativ mit dem Windschatten Deines Körpers zu schützen. Idealerweise ist der Untergrund schwingungsfrei. Bestimmte Bodenbeläge wie Parkett, aber auch Gebäude oder Brücken neigen dazu, Schwingungen zu übertragen, die durch starken Wind, vom Kraftverkehr oder von Passanten verursacht werden.

Kamera auf Stativ vor Stadtlandschaft.
Kamera auf Fotostativ mit Dreiwegeneiger.

Tipp: Du bist schneller startklar, wenn Du die Kamera auf dem Stativ befestigt transportierst. Gerade bei schnellen Standortwechseln macht sich das bezahlt, denn Du sparst die Zeit für den Auf- und Abbau.

Stativ-Aufsätze: Kugelkopf und Dreiwegeneiger

Auch bei diesen Features stellt sich die Frage: „Schnelligkeit oder Präzision?“ Während sich ein Kugelkopf-Aufsatz für Dein Fotostativ flexibel in mehreren Bewegungsebenen gleichzeitig verstellen lässt, kannst Du mit einem Dreiwegeneiger präziser die richtige Perspektive wählen. Da dies länger dauert, eignet sich ein Dreiwegeneiger eher für statische Motive, die Dir Zeit für die Feineinstellung lassen. Mit einem Kugelkopf-Aufsatz bist Du dafür sofort startklar, wenn es schnell gehen muss – zum Beispiel bei bewegten Bildobjekten.

Viele versierte Fotografen entwickeln eine Vorliebe für einen Stativ-Aufsatz und knipsen ausschließlich mit ihrem Favoriten. Sie sind so versiert im Umgang damit, dass sie sich die Alternative und das damit verbundene Zusatzgewicht sowie den Zeitaufwand des Wechselns ganz sparen. Doch auch weniger erfahrene Fotografen – oder solche, die einfach gern beide Varianten benutzen – können Kugelkopf und Dreiwegeneiger im Handumdrehen austauschen: mit einer praktischen Schnellwechselplatte.

Fernauslöser: Oft unverzichtbar

Sitzt die Kamera auf einem Stativ, kann das Bild schon verwackeln, wenn Du nur auf den Auslöser der Kamera drückst. Lässt Dein Motiv Dir genug Zeit, kannst Du dies kompensieren, indem Du eine Verzögerungszeit zwischen Auslösen und Belichtung einstellst. Muss die Aufnahme hingegen schnell und wackelfrei gelingen, kommst Du um einen Fernauslöser nicht herum. Fernauslöser sind in verschiedenen Varianten erhältlich, von funkgesteuert über Kabel bis zu Infrarot.

Fotograf mit Kamera und Stativ in den Händen spaziert durch herbstliches Laub.
Erfolgreicher Tag. Alles im Kasten.

Fotografieren mit Stativ – zusammengefasst:

  • Ein Kamerastativ muss in vielen Situationen einfach mit: Schwere Objektive? Lange Belichtungszeiten? Geduldiges Warten aufs Motiv? Verwackeln ist keine Option? Dann kennst Du die Antwort.
  • Wähle einen windgeschützten, stabilen und schwingungsfreien Standort.
  • Vom richtigen Stativ-Aufsatz – und Deiner Erfahrung damit – hängt es ab, wie schnell und präzise Du Dein Bildobjekt fokussierst.
  • Mittels einer Schnellwechselplatte tauschst Du den Aufsatz schnell und bedarfsgerecht aus.
  • Ein Fernauslöser ist nicht nur komfortabel, sondern bei schnellen Aufnahmen sogar unverzichtbar, damit das Bild nicht verwackelt.

Unser Tipp: Ob mit oder ohne Stativ – setze Deine liebsten Aufnahmen doch besonders eindrucksvoll in Szene: groß und professionell auf Leinwand gedruckt! Wir helfen Dir gern dabei.

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