Vögel fotografieren – Naturfotografie für Fortgeschrittene

Eine besondere Herausforderung bei der Naturfotografie ist es, Vögel in freier Wildbahn zu fotografieren. Bei der Vogelfotografie ist eine gute Vorbereitung das A und O. Außerdem ist zum Knipsen schöner Vogel-Fotos meist Geduld erforderlich. Das Ablichten der Federtiere ist dabei äußerst spannend, denn kein Vogel-Foto gleicht dem anderen. Anfänger, die Vögel fotografieren wollen, beginnen am besten mit etwas größeren und weniger scheuen Vertretern, also Enten, Schwänen, Gänsen und anderen.

Fokus auf eine Möwe vor einem verschwommenen Hintergrund
Vorsicht: Möwe im Anflug!

Vogel-Fotos bedürfen einer guten Vorbereitung

Neben Geduld und fotografischem Können ist die Wahl des passenden Equipments entscheidend. Bei Vögeln im Stadtpark, die an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind, genügt eine Kamera mit einer Brennweite von etwa 200 bis 300 Millimetern. Da es viel Geduld erfordert, bis ein gutes Vogel-Foto entsteht, ist der Einsatz eines Stativs von Vorteil. Das sorgt für einen festen, ruhigen Stand der Kamera und entlastet Deine Arme. Als Aufnahmegerät eignet sich eine Spiegelreflexkamera mit Teleoptik. Ein gewisses ornithologisches Grundwissen ist ebenfalls von Vorteil, um die Verhaltensweisen und Gewohnheiten der Tiere zu verstehen und so besser vorausplanen zu können. Damit ersparst Du Dir eine Menge Zeit und Lauferei. Besonders gut kannst Du als Naturfan an den Winterfutterplätzen Vögel fotografieren.

Blaumeise auf einem Ast sitzend.
Artenvielfalt im heimischen Garten.

Gartenvögel fotografieren

Wer über einen eigenen Garten verfügt, hat den perfekten Übungsort, um Vögel zu fotografieren. Hier gilt: Je naturbelassener der Garten, desto besser, um Vögel anzulocken. Ein Garten mit vielen unterschiedlichen Gewächsen zieht auch viele verschiedene Vögel an. Bäume und Büsche sowie ein gutes Angebot an Vogelfutter, insbesondere in der kalten Jahreszeit, laden Vögel dazu ein, länger in Deinem Garten zu bleiben. Als Fotograf suchst Du Dir am besten einen gemütlichen Platz, an dem ein längeres Verweilen ohne Probleme möglich ist. Wenn alles vorbereitet ist, bleibst Du mit dem Finger auf dem Auslöser ganz ruhig sitzen und wartest auf den passenden Moment zum Abdrücken.

Vögel in freier Natur fotografieren

Ein Kolibri nascht an einer Blüte
Flügelschlag eines Kolibris – mit bloßem Auge nicht zu sehen

Um scheue Vögel vor die Linse zu bekommen, eignen sich Naturschutzgebiete sehr gut, denn dort gibt es zahlreiche Wanderwege, sodass man sich nicht laut durchs Dickicht schlagen muss. Auch sind die Vögel dort oftmals etwas zahmer als in freier Wildbahn, denn sie sind an die gelegentliche Gesellschaft von Menschen gewöhnt und wissen, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Eine besondere Herausforderung ist es, einen Vogel im Flug zu fotografieren. Hierbei ist es sehr wichtig, seine Kamera sehr gut zu beherrschen, denn man muss in Sekundenschnelle fokussieren, scharfstellen und auslösen.

Du solltest eine kurze Belichtungszeit wählen, die bei ca. 1/500 oder auch 1/1.000 Sekunde liegt. Allerdings reicht selbst diese Verschlusszeit nicht immer aus, um Flügelschläge ohne Bewegungsunschärfe einzufangen. Das ist aber auch nicht schlimm, denn etwas unscharfe Flügel bringen Bewegung ins Bild. Damit wird sogar der Flügelschlag sichtbar. Wichtig dabei ist allerdings, dass der Rumpf des Vogels scharf zu erkennen ist. Auch hier sind Kenntnisse über die verschiedenen Vogelarten von Vorteil, damit Du Dich auf die unterschiedlichen Flugbewegungen einstellen kannst. Ein Kolibri beispielsweise fliegt ähnlich wie ein Helikopter, während Meisen eher hin und her flattern.

Eine Rohrweihe sucht nach Nahrung
Flugkünstler über dem Wasser.

Vogelfotografie-Tipps

  • Das schönste Licht hat man entweder früh am Morgen zum Sonnenaufgang oder abends, wenn die Sonne untergeht. Auch das weiche und diffuse Licht an bewölkten Tagen eignet sich gut für die richtige Belichtung von Vogel-Fotos.
  • Für ein harmonisches Foto bietet sich der Goldene Schnitt an. Als Faustformel dient hier die Drittel-Regel: Man teilt das Bild gedanklich in neun gleichgroße Rechtecke. Bei einem Bild gemäß des Goldenen Schnitts befindet sich das Motiv, also der Vogel, nicht in der Mitte des Bildes, sondern in etwa im Bereich um das mittlere Rechteck herum.
  • Guckt der Vogel nach rechts, dann platziere ihn auf der linken Hälfte Deines Bildes. Schaut er nach links, dann umgekehrt. Das gibt dem Blick des Tieres den nötigen Platz auf dem Foto. Übrigens gilt das genauso für Menschen.
  • Übung macht den Meister! Vögel zu fotografieren, ist eine spannende Angelegenheit. Bilder von fliegenden Vögeln sind meist am kompliziertesten.
  • Du solltest immer ausreichend Speicherkarten im Gepäck haben, um einen Vogel mehrmals fotografieren zu können und nicht mittendrin Fotos löschen zu müssen.

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