Fotos im Schnee: Wie sie Dir perfekt gelingen

Wenn der erste Schnee fällt und alles in sein kaltes Kleid hüllt, dann ist es Zeit für herrliche Landschaftsaufnahmen. Wenn Du Bilder von Winterlandschaften machst, wirst Du immer wieder auf wunderschöne und surreale Motive stoßen. Allerdings bilden die teilweise extremen Lichtverhältnissen und starken Kontraste durchaus eine Herausforderung. Was sollte man beim Fotografieren bei Schnee also in technischer Hinsicht beachten?

Schneebedeckte Nadelbäume vor blauem Himmel und rotleuchtender, aufgehender Sonne.
Winterlandschaft im Schein der Morgensonne.

Grundlegende Tipps zur Fotografie im Schnee

Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt lässt die Akkuleistung deutlich nach. In der unberührten weißen Weite kannst Du also weniger Bilder schießen als sonst. Besonders bei kleineren Kompaktkameras macht sich das bemerkbar. Moderne digitale Spiegelreflexkameras halten im Vergleich meist deutlich länger durch.

Tipp: Streikt die Kamera, kann es helfen, den Stromspeicher zu entfernen und eine Zeitlang in der Hand zu wärmen. Mit etwas Glück reicht es dann für ein paar Aufnahmen mehr.

Wenn Du vorausplanst, hast Du auf jeden Fall mehr von Deiner winterlichen Foto-Session. Warme Kleidung zählt dabei zu den Basics – denn wer vor Kälte zittert, verwackelt auch die Aufnahme. Planst Du einen längeren Foto-Trip, nimmst Du besser Ersatz-Akkus samt zweiter Speicherkarte mit und trägst beides nah am Körper. So bleiben sie bis zum Einsatz warm. Und wenn Du mal nicht knipst, sorge dafür, dass auch die Kamera möglichst vor Kälte geschützt ist.

Verschneite Parklandschaft mit breitem Weg im Zentrum und kahlen, schneebedeckten Bäumen zu beiden Seiten.
Auch in Park- und Stadtlandschaften kannst Du tolle Schnee-Fotos machen!

Vorsicht vor Kondenswasser!

Wenn Kamera und Objektive draußen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sehr kalt geworden sind, ist beim Betreten warmer Räume Vorsicht angesagt. In den Geräten kann sich Kondenswasser bilden und die empfindliche Elektronik schädigen. Verstaue Dein Equipment daher in einer verschließbaren Kameratasche oder alternativ in einem Müllbeutel, den Du fest verschließt. So verhinderst Du, dass Feuchtigkeit in die Geräte dringt. Nimm die Komponenten erst wieder heraus, wenn sie sich erwärmt haben.

Die beste Zeit für Schnee-Fotos?

Fotografie im Schnee hat zu jeder Tageszeit ihren besonderen Reiz. Nutze zum Beispiel das besondere Licht der Blauen Stunde. Auch die Morgen-, Mittags- oder Abendsonne verändert Lichtstimmungen und Farbtemperaturen stark. Kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang sorgt die tiefstehende Sonne beispielsweise für besonders lange Schatten und taucht den Schnee in weiche, rote und goldene Töne. Der Schattenwurf erzeugt dann besonders viel Struktur und räumliche Tiefe.

Mittags, bei Sonnenschein und blauem Himmel, wirken Schnee-Fotos dagegen bläulich kühl, denn der weiße Schnee reflektiert den blauen Himmel. Die Sonne steht dann am höchsten Punkt und die Schatten sind am kürzesten. Wenn Du Schnee jedoch ganz unverfälscht, in natürlichem Weiß ablichten willst, gelingt das am besten bei bewölktem Himmel und diffusem Licht.

Tief verschneite, hügelige Winterlandschaft mit Zweigen im Vordergrund und einem markanten Nadelbaum im Hintergrund, unter roter Abendsonne.
Spiele mit winterlichen Lichtstimmungen und entdecke die Wirkung von Details.

Stilmittel und Equipment

Am besten wählst Du eine Kamera, die über einen optischen Sucher verfügt. Der Kameramonitor ist beim Fotografieren im Schnee nämlich oft nur eingeschränkt nutzbar. Dafür sind die grellen Lichtverhältnisse verantwortlich. Experimentiere auch mit Gegenlichtaufnahmen, wenn Du Fotos im Schnee machst. Denn wenn der Schnee in der Sonne glitzert, ergeben sich oft wunderbare Effekte! Fotografiere mit einem Polfilter vor dem Objektiv, um die Kontraste zu schärfen. Außerdem erhältst Du dadurch stärker gesättigte Farben und filterst Reflexionen schon bei der Bilderstellung heraus.

Die HDR-Fotografie eignet sich hervorragend dafür, Farben und Kontraste besonders ausdrucksstark herauszuarbeiten. Und wie so oft stellt sich auch beim Fotografieren im Schnee die Frage: „Welche Objektive soll ich nutzen? Festbrennweite oder Zoom?“ Wenn Du Bilder einer sehr imposanten Winterlandschaft – mit Schnee, Eis, dunklen Wäldern und riesigen Bergen – schießen willst, dann bietet sich dafür natürlich ein Weitwinkelobjektiv an. Damit bekommst Du einfach mehr aufs Bild und es gelingen Panorama-Aufnahmen mit einer besonderen räumlichen Tiefe.

Eine Herausforderung: Die Belichtung

Fotos im Schnee stellen die Belichtungsautomatik vieler Kameras vor Probleme. Die Belichtungsmessung nimmt den Schnee als sehr helles Motiv wahr. Das führt wiederum dazu, dass sich die Blende weitgehend schließt. Das Ergebnis sind dann oft unterbelichtete Bilder, die den Schnee eher grau als natürlich weiß abbilden. Experimentiere daher mit der Belichtungskorrektur, um die Einstellung zu finden, die Dir am besten gefällt. Der Knopf mit dem Plus-/Minus-Symbol ist der richtige. Ggf. suchst Du auch nach den Buchstaben „EV“ für Exposure Value, zu Deutsch: „Belichtungswert“. Alternativ regulierst Du die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors über den ISO-Wert. Eine Sonnenblende, die Du bei Bedarf vors Objektiv setzt, hält störende Lichtreflexionen fern und schützt das Objektiv vor Schneeflocken und mechanischen Schäden.

Ein Skifahrer hebt vor blauem Himmel ab und lässt Pulverschnee in alle Richtungen fliegen.
Fotografieren bei Schnee ermöglicht tolle, dynamische Effekte – zum Beispiel bei Bewegungsaufnahmen.

Bewegungsaufnahmen

Wenn Du Skifahrer- oder Snowboarder in der Bewegung knipsen willst, vertraue besser nicht auf den Autofokus Deiner Kamera. Dieser reagiert oft zu träge. Stell die Schärfe lieber per Hand ein und wähle eine sehr kurze Belichtungszeit, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Wenn Deine Kamera Serienbildaufnahmen machen kann, ist auch das eine sehr gute Lösung. Außerdem eignet sich das Ergebnis optimal für eine Bewegungsstudie sowie zur Analyse der Fahrtechnik.

Portraits fotografieren bei Schnee

So herrlich die Kulisse auch ist: Portraitfotografie im Schnee hat ihre Tücken. Das liegt ebenfalls an der Belichtung. Mit voller Sonne von vorn ist das Motiv schnell zu stark ausgeleuchtet: Schlagschatten entstehen und die Gesichtskonturen verschwimmen im zu intensiven Licht.

Steht die Sonne der fotografierten Person im Rücken, liegt das Gesicht im Schatten. Ein Reflektor oder Aufhellblitz schafft zwar Abhilfe; am besten nimmst Du Portraits im Schnee aber einfach bei bewölktem Himmel auf. Dann klappt’s auch ohne weitere Hilfsmittel.

Eine junge Frau vor schneebedeckten Bäumen lacht in die Kamera.
Auch für schöne Portraits bietet eine Schneelandschaft ein wunderbares Ambiente.

Zusammengefasst:

  • Fotos im Schnee zu schießen, ist ein Abenteuer! Mit der richtigen Vorbereitung werden auch die Bilder ein Erfolg.
  • Zieh Dich warm an, damit Du die Kamere ruhig und ohne zu zittern halten kannst, und schütze Kamera und Objektive vor Kondenswasser, wenn Du wieder ins Warme gehst.
  • Jedes Licht hat seinen Reiz: Nutze verschiedene Zeiten und Wetterverhältnisse, wenn Du Fotos von einer Winterlandschaft machst.
  • Spektakuläre Panoramaaufnahmen gelingen am besten mit einem Weitwinkelobjektiv.
  • Stilmittel wie HDR-Fotografie und Polfilter bereichern Deine Bilder um kontrastreiche Effekte.

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